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Parkett

A

Abachi (Triplochiton scleroxylon)

Westafrikanisches Laubholz mit geringer Rohdichte von etwa 380 kg/m³. Charakterisiert durch helle Farbgebung und geringe Dimensionsstabilität. Aufgrund seiner geringen Härte und mangelnden Verschleißfestigkeit wird es selten für Parkettzwecke verwendet. Das Holz eignet sich eher für nicht tragende Konstruktionen im Innenausbau.

Abbinden

Bezeichnet den chemischen Aushärtungsprozess von Klebstoffen, Estrichen und anderen Baustoffen. Die Abbindezeit umfasst den gesamten Zeitraum von der Verarbeitung bis zum Erreichen der Endfestigkeit. Maßgeblich für die Beurteilung sind die technischen Merkblätter der Hersteller sowie die normativen Vorgaben nach DIN 18560 für Estriche und DIN EN 14293 für Parkettkleber.

Abriebfestigkeit

Widerstandsfähigkeit der Parkettoberfläche gegen mechanische Beanspruchung durch Begehen, Möbelnutzung und rollende Lasten. Die Klassifizierung erfolgt nach DIN EN 13696 in Beanspruchungsklassen. Die Prüfung wird nach dem Taber-Abraser-Verfahren durchgeführt, wobei der Volumenverlust nach definierten Umdrehungszahlen ermittelt wird. Die Abriebfestigkeit ist abhängig von der Holzart, der Holzhärte nach DIN EN 1534 sowie der Art der Oberflächenbehandlung (versiegelt, geölt, gewachst).

Abrissfuge

Großflächige Fuge, die durch versehentliche Verleimung benachbarter Parkettelemente während der Versiegelung entsteht. Bei hygrischer Schwindung während der Heizperiode wirken erhebliche Zugkräfte auf die ungewollte Verklebung, die zum Auseinanderreißen der Elemente führen. Dies stellt einen Ausführungsmangel dar und erfordert fachgerechte Sanierung durch Austausch der betroffenen Bereiche.

Abschleifen

Spanende Bearbeitung der Parkettoberfläche mittels Schleifmaschinen zur Entfernung alter Beschichtungen, zur Beseitigung von Beschädigungen und zur Herstellung der Ebenflächigkeit der Nutzschicht vor Neuversiegelung. Der Schleifprozess erfolgt üblicherweise in mehreren Durchgängen mit abnehmender Körnung (Grobschliff 24-40, Feinschliff 80-120, Endschliff 150-180). Die Schleifrichtung ist dabei von entscheidender Bedeutung: Grobschliff diagonal zur Faserrichtung, Feinschliff parallel zur Faserrichtung. Die mögliche Anzahl von Renovierungsschleifen wird durch die Dicke der Nutzschicht nach DIN EN 13489 bestimmt.

Abstandskeile

Auch als Dehnungsfugenklötzchen bezeichnet. Temporäre Fixierelemente aus Holz oder Kunststoff zur Gewährleistung der normativen Randfugenbreite zwischen Parkett und aufgehenden Bauteilen während der Verlegung. Nach Abschluss der Verlegearbeiten und vor Montage der Sockelleisten werden sie entfernt. Die erforderliche Fugenbreite beträgt nach DIN 18356 je nach Verlegeart und Raumgeometrie zwischen 8 und 15 mm.

Acer (Botanische Gattung)

Gattungsbezeichnung für Ahornarten, die im Parkettbereich Verwendung finden. Hauptsächlich relevant sind Acer pseudoplatanus (Bergahorn) und Acer saccharum (Zuckerahorn). Die Gattung umfasst zahlreiche weitere Arten, von denen jedoch nur wenige die erforderlichen technologischen Eigenschaften für Parkettanwendungen aufweisen.

Afzelia (Afzelia spp.)

Auch als Doussié bekannt. Afrikanisches Laubholz mit hoher Rohdichte von 750-850 kg/m³ und rotbrauner Färbung. Ausgezeichnete Dimensionsstabilität mit einem Schwind-/Quellmaß von etwa 0,19 pro 1% Feuchteänderung. Brinellhärte von 35-40 N/mm². Dauerhaftigkeit nach DIN EN 350 in Klasse 1-2 eingestuft. Geschätzt für hochwertige Parkettböden in stark beanspruchten Bereichen. Aufgrund der guten Eigenschaften auch für den Einsatz auf Fußbodenheizung geeignet.

Ahorn (Acer spp.)

Heimisches Laubholz mit mittlerer Rohdichte von 630 kg/m³. Charakteristisch ist die nahezu weiße bis gelbliche Färbung, die unter Lichteinwirkung zu einem gelblichen Ton nachdunkelt. Feine, gleichmäßige Textur mit dezenter Maserung. Brinellhärte von 26-34 N/mm², womit Ahorn zu den harten heimischen Hölzern zählt. Schwind-/Quellmaß von 0,21 pro 1% Feuchteänderung. Besondere Vorsicht ist bei Feuchtigkeitseinwirkung geboten: Die Hirnholzkanten ziehen schnell Wasser und sollten bei gefährdeten Bereichen zusätzlich imprägniert werden, um Aufquellungen und Fleckenbildung zu vermeiden. Bevorzugte Verwendung im Wohnbereich und in Sporthallen.

Akklimationszeit

Erforderliche Zeitspanne zur Angleichung der Materialfeuchte und -temperatur des Parketts an die klimatischen Bedingungen des Verlegeortes. Nach DIN 18356 beträgt die Akklimationszeit üblicherweise 48 bis 72 Stunden bei fachgerechter Lagerung im Verlegeraum. Die Lagerung muss liegend, in geschlossenen Paketen auf ebenem Untergrund mit ausreichender Luftzirkulation erfolgen. Die Raumtemperatur sollte mindestens 18°C, die relative Luftfeuchtigkeit 50-60% betragen. Eine unzureichende Akklimatisation kann zu Fugenbildung, Verwölbungen oder Aufwölbungen nach der Verlegung führen.

Alkydharz

Wasserabweisendes Kunstharz, das in Öl-Kunstharz-Siegeln als Bindemittel enthalten ist. Alkydharze entstehen durch Veresterung mehrwertiger Alkohole mit mehrbasischen Säuren und werden mit trocknenden Ölen modifiziert. Sie bilden durch oxidative Trocknung einen verschleißfesten Film auf der Holzoberfläche. Heute weitgehend durch modernere Versiegelungssysteme auf Basis von Polyurethan oder Acrylat ersetzt.

Aloma

Handelsbezeichnung für das Holz der Gattung Nauclea (syn. Bilinga). Westafrikanisches Laubholz mit mittlerer Rohdichte von 650-750 kg/m³. Die Färbung reicht von hellgelb bis rötlich und dunkelt zu einem Kupferrot nach. Brinellhärte von 25-35 N/mm², womit es dem Ahorn entspricht. Schwind-/Quellmaß von 0,24 pro 1% Feuchteänderung. Gute Dauerhaftigkeit nach Klasse 2-3 gemäß DIN EN 350. Geeignet für Wohn- und gewerbliche Bereiche.

Altholz-Parkett

Parkettboden aus wiederaufbereitetem historischem Holzmaterial, das aus Abbruchhäusern, alten Scheunen oder Industriebauten stammt. Charakteristisch sind die authentische Patina und sichtbare Gebrauchsspuren wie Nagellöcher, Verfärbungen und Risse. Die technische Aufbereitung umfasst Entnagelung, Sortierung, Besäumung, Hobeln und Profilierung, wobei eine normgerechte Nutzschicht von mindestens 2,5 mm nach DIN EN 13489 gewährleistet werden muss. Jedes Element ist ein Unikat. Besondere Herausforderung ist die Herkunftsdokumentation und gegebenenfalls erforderliche Prüfung auf Holzschutzmittelbelastungen.

Amerikanischer Nussbaum (Juglans nigra)

Nordamerikanisches Laubholz mit mittlerer Rohdichte von 610 kg/m³. Charakteristische dunkelbraune bis schwarzbraune Färbung mit violetten Einschlägen und ausgeprägter, lebhafter Maserung. Deutliche Farbdifferenzierung zwischen hellem Splint und dunklem Kernholz. Brinellhärte von 25-30 N/mm². Schwind-/Quellmaß von 0,23 pro 1% Feuchteänderung, was eine gute Dimensionsstabilität bedeutet. Geschätzt als Edelholz für exklusive Parkettböden im gehobenen Wohnbereich. Die Färbung intensiviert sich unter Lichteinwirkung.

Anhydritestrich

Calciumsulfat-Fließestrich als Untergrund für Parkettverlegung nach DIN EN 13813 und DIN 18560. Wird im flüssigen Zustand eingebracht und ergibt selbstnivellierend eine ebene Oberfläche. Aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften stellt er besondere Anforderungen an die Parkettverlegung: Die Restfeuchtemessung muss mit der CM-Methode erfolgen, wobei der Grenzwert bei maximal 0,5 CM-% liegt (deutlich niedriger als bei Zementestrich mit 2,0 CM-%). Vor der Verklebung ist eine spezielle Grundierung erforderlich, da Anhydritestrich eine geschlossene, gipsartige Oberfläche ausbildet. Die Verwendung eines geeigneten Haftvermittlers ist obligatorisch. Anhydritestrich ist ausschließlich für Trockenbereiche geeignet und weist gegenüber Zementestrich eine geringere Festigkeit auf.

Anisotropie

Richtungsabhängigkeit der Holzeigenschaften, insbesondere des Schwind- und Quellverhaltens. Das hygrische Verhalten von Holz ist stark anisotrop: Tangential (parallel zu den Jahrringen) beträgt das Schwindmaß etwa 8-12%, radial (senkrecht zu den Jahrringen) etwa 4-6%, während longitudinal (längs zur Faser) die Dimensionsänderung mit etwa 0,1-0,3% nahezu vernachlässigbar ist. Diese Anisotropie resultiert aus dem anatomischen Aufbau des Holzes und muss bei der Konstruktion von Parkettelementen, insbesondere bei Mehrschichtaufbauten, berücksichtigt werden. Auch mechanische Eigenschaften wie Festigkeit und Elastizität sind richtungsabhängig.

Acrylat

Kunstharz auf Basis von Acrylsäureestern, das als wesentlicher Bestandteil in modernen Farben, Lacken, Klebstoffen und wasserbasierten Versiegelungssystemen dient. Acrylate zeichnen sich durch gute Witterungsbeständigkeit, Lichtechtheit und geringe VOC-Emissionen aus. In Parkettversiegelungen werden hauptsächlich wässrige Acrylatdispersionen verwendet, die nach Verdunstung des Wassers und Filmbildung einen transparenten, verschleißfesten Schutzfilm bilden. Moderne 2-Komponenten-Acrylatsiegel erreichen hohe Beständigkeit gegen mechanische und chemische Beanspruchung.

Ash (Fraxinus spp.)

Englische Bezeichnung für Esche, die international im Parketthandel verwendet wird. Siehe auch Esche.

B

Bambus (Bambusa spp., Phyllostachys spp.)

Botanisch als Gras klassifiziertes, lignifiziertes Material aus monokotyledonen Pflanzen, das durch Verklebung von Halmsegmenten zu parkettähnlichen Produkten verarbeitet wird. Charakteristisch sind hohe Härte (Brinellhärte 30-40 N/mm²) bei gleichzeitig sehr gutem Dimensionsverhalten (Schwind-/Quellmaß 0,15 pro 1% Feuchteänderung). Unterschieden wird zwischen naturbelassenem Bambus (hellbeige) und gedämpftem Bambus (karamellbraun). Aufgrund des schnellen Wachstums (3-5 Jahre bis zur Ernte) gilt Bambus als besonders nachhaltiger Rohstoff. Die Verarbeitung erfolgt durch Aufspalten der Halme, Pressen und Verleimen. Normativ in DIN EN 14342 berücksichtigt. Geeignet für Wohn- und gewerbliche Bereiche sowie für den Einsatz auf Fußbodenheizung.

Bandschleifmaschine

Schleifaggregat mit umlaufendem Schleifband zur flächigen Bearbeitung von Parkettböden. Im Gegensatz zur Walzenschleifmaschine erfolgt der Abtrag durch ein über zwei Rollen gespanntes Schleifband, was ein anderes Abtragsverhalten mit geringerer Aggressivität zur Folge hat. Bandschleifmaschinen werden vorwiegend für den Feinschliff und bei empfindlichen Holzarten eingesetzt. Die Bandbreiten liegen typischerweise bei 200-300 mm.

Bangkirai (Shorea laevis)

Südostasiatisches Laubholz mit sehr hoher Rohdichte von 880-950 kg/m³. Rotbraune bis dunkelbraune Färbung, die unter Lichteinwirkung nachdunkelt. Brinellhärte von 40-50 N/mm². Hervorragende Dauerhaftigkeit nach Klasse 1-2 gemäß DIN EN 350. Schwind-/Quellmaß von etwa 0,16 pro 1% Feuchteänderung, was eine ausgezeichnete Dimensionsstabilität bedeutet. Bevorzugter Einsatz für stark beanspruchte Flächen im gewerblichen Bereich sowie in Feuchträumen. Enthält natürliche Farbstoffe, die bei unsachgemäßer Verarbeitung ausbluten können. Bedingt geeignet für Fußbodenheizung aufgrund der hohen Dichte.

Bauschlussreinigung

Gründliche Erstpflege direkt nach der Verlegung zur Entfernung verlegebedingter und baubedingter Rückstände und Verschmutzungen. Umfasst die Beseitigung von Klebstoffresten, Gipsspritzern, Zementschleiern, Staub und anderen Kontaminationen. Die Durchführung erfolgt mit für die jeweilige Oberflächenbehandlung (versiegelt, geölt, gewachst) geeigneten Reinigungsmitteln. Eine fachgerechte Bauschlussreinigung ist Voraussetzung für die Funktionstüchtigkeit und Optik des Parkettbodens. Bei versiegelten Flächen werden pH-neutrale Reiniger verwendet, bei geölten Flächen spezielle Holzbodenseifen.

Beanspruchungsklasse

Normativ definierte Klassifizierung nach DIN EN 685 für die zu erwartende Nutzungsintensität von Bodenbelägen. Unterschieden werden drei Hauptkategorien:

  • Klasse 21-23: Wohnbereich (21 = mäßig, 22 = normal, 23 = stark)
  • Klasse 31-34: Gewerblicher Bereich (31 = mäßig, 32 = normal, 33 = stark, 34 = sehr stark)
  • Klasse 41-43: Industrieller Bereich (41 = mäßig, 42 = normal, 43 = stark)

Die Klassifizierung berücksichtigt die Begehungsfrequenz, die Art der Nutzung sowie zusätzliche Belastungen durch Rolllasten. Für die Auswahl des geeigneten Parketts sind neben der Beanspruchungsklasse auch Holzart, Oberflächenbehandlung und Konstruktion zu berücksichtigen.

Beize

Chemisches Färbemittel zur oberflächlichen oder tiefer gehenden Färbung von Holz ohne Überdeckung der natürlichen Struktur. Beizen dringen in das Holz ein und reagieren teilweise mit dessen Inhaltsstoffen. Unterschieden werden:

  • Wasserbeizen: Farbstofflösungen in Wasser, gute Lichtbeständigkeit
  • Spiritusbeizen: Alkohollösungen, schnelle Trocknung
  • Ölbeizen: Lösungen in organischen Lösemitteln
  • Chemische Beizen: Reagieren mit Holzinhaltsstoffen (z.B. Ammoniakbehandlung bei Eiche)

Die Beizung erfolgt vor der Versiegelung. Eine Probefläche ist obligatorisch, da das Ergebnis holzartspezifisch unterschiedlich ausfällt.

Belegreife

Zustand eines Untergrunds, bei dem alle normativen Voraussetzungen für die Parkettverlegung erfüllt sind. Nach DIN 18356 müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Trockenheit: Einhaltung der Restfeuchtegrenzwerte nach DIN 18560
  • Festigkeit: Ausreichende Druck- und Zugfestigkeit (mind. 1,0 N/mm²)
  • Tragfähigkeit: Keine Hohlstellen, ausreichend abgebunden
  • Sauberkeit: Frei von losen Teilen, Staub, Fett und anderen Kontaminationen

Die Prüfung und Dokumentation der Belegreife obliegt dem Parkettleger gemäß § 4 VOB/B.

Belegreifheizen

Stufenweises Aufheizen eines neu verlegten Heizestrichs zur Beschleunigung der Austrocknung und Herstellung der Belegreife. Nach DIN 18560 und DIN EN 1264 erfolgt das Belegreifheizen nach folgendem Protokoll:

  1. Nach Beendigung des Funktionsheizens (Prüfung der Heizanlage)
  2. Schrittweises Hochfahren der Vorlauftemperatur um 5-10°C pro Tag
  3. Halten der Maximaltemperatur für mehrere Tage
  4. Schrittweises Absenken der Temperatur
  5. Durchführung der Restfeuchtemessung nach Abkühlung

Das Protokoll muss dokumentiert werden. Die Parkettverlegung darf erst nach erfolgreicher Restfeuchtemessung und bei laufender Heizung erfolgen.

Bergahorn (Acer pseudoplatanus)

Europäisches Laubholz mit mittlerer Rohdichte von 630 kg/m³. Charakteristische weißliche bis gelbliche Färbung mit feiner, gleichmäßiger Struktur und dezenter Maserung. Unter Lichteinwirkung vergilbende Tendenz. Brinellhärte von 27-34 N/mm². Schwind-/Quellmaß von 0,21 pro 1% Feuchteänderung. Zählt zu den bevorzugten heimischen Parkettholzarten für Wohnbereiche. Besonders geschätzt für seine helle, ruhige Optik. Vorsicht bei Feuchtigkeitseinwirkung auf die Hirnholzkanten. Häufig in Sporthallen und Tanzstudios eingesetzt.

Berliner Fußboden

Historische Bezeichnung für industriell gefertigtes Stabparkett mit standardisierten Abmessungen (typischerweise 20 x 60 x 300 mm), das ab dem späten 19. Jahrhundert in großem Umfang in Berlin produziert und vertrieben wurde. Der Begriff steht für die beginnende Industrialisierung der Parkettherstellung. Heute weitgehend durch moderne Formate ersetzt.

Betula (Botanische Gattung)

Gattungsbezeichnung für Birkenarten. Für Parkettanwendungen sind relevant: Betula pendula (Sandbirke, Hängebirke) und Betula pubescens (Moorbirke). Die Gattung umfasst weltweit etwa 50 Arten, von denen jedoch nur die europäischen Arten für Parkett verwendet werden.

Biegesteifigkeit

Widerstand von Materialien gegen Durchbiegung unter Lasteinwirkung. Bei Parkettunterkonstruktionen und mehrschichtigen Parkettelementen ist die Biegesteifigkeit ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Sie wird durch den Schichtaufbau, die Orientierung der Holzlagen und die Dicke beeinflusst. Eine hohe Biegesteifigkeit verhindert das Durchbiegen zwischen Auflagepunkten und gewährleistet die Formstabilität des Elements.

Bilinga

Siehe Aloma.

Birke (Betula spp.)

Heimisches Laubholz mit mittlerer Rohdichte von 650 kg/m³. Charakteristische rötlich-weiße bis gelblich-weiße Färbung mit feiner, gleichmäßiger Textur. Häufig wellenförmige Maserung (Flammung). Brinellhärte von 21-34 N/mm², womit Birke zu den weicheren heimischen Hölzern zählt. Erhöhtes Schwind-/Quellmaß von 0,35 pro 1% Feuchteänderung erfordert besondere Beachtung der Raumklimaanforderungen. Primäre Verwendung im Wohnbereich, weniger geeignet für stark beanspruchte gewerbliche Flächen. Unter UV-Einwirkung leicht vergilbend.

Blindboden

Tragende Unterkonstruktion bei mehrschichtigen Holzfußbodensystemen, auf welcher die sichtbare Nutzschicht des Parketts appliziert wird. Der Blindboden besteht typischerweise aus Massivholzbrettern, Sperrholzplatten oder Holzwerkstoffplatten (OSB, Spanplatte), die auf einer Balkenlage oder direkt auf dem Estrich verlegt werden. Bei historischen Konstruktionen oft als Schalbretter auf Balkendecken ausgeführt. Die Anforderungen an den Blindboden umfassen ausreichende Tragfähigkeit, Ebenheit, Trockenheit und Dimensionsstabilität.

Brasilianischer Nussbaum

Irreführende Handelsbezeichnung für Holzarten der Gattung Caesalpinia aus Südamerika, die botanisch nicht mit echtem Nussbaum (Juglans) verwandt sind. Rohdichte von 850 kg/m³. Rotbraune bis purpurbraune Färbung mit dunkler Streifung. Brinellhärte von 38-45 N/mm². Schwind-/Quellmaß von etwa 0,20 pro 1% Feuchteänderung. Hohe Verschleißfestigkeit und gute Dauerhaftigkeit. Geeignet für Wohn- und gewerbliche Bereiche.

Brinellhärte

Normiertes Prüfverfahren zur Bestimmung der Holzhärte nach DIN EN 1534. Eine Stahlkugel mit 10 mm Durchmesser wird mit definierter Kraft (500 N) in die Holzoberfläche gedrückt. Nach Entlastung wird der Durchmesser der bleibenden Eindrückung gemessen und daraus die Brinellhärte in N/mm² berechnet. Die Messung erfolgt senkrecht zur Faser bei einer Holzfeuchte von 10-12%. Die Brinellhärte ist ein wesentlicher Indikator für die Verschleißfestigkeit und bestimmt die Eignung für verschiedene Beanspruchungsklassen. Orientierungswerte: weiche Hölzer <20 N/mm², mittelharte Hölzer 20-35 N/mm², harte Hölzer >35 N/mm².

Buche (Fagus sylvatica)

Heimisches Laubholz mit hoher Rohdichte von 720 kg/m³. Charakteristische rötlichgelbweiße bis rötlichgelbe Färbung, die zu einem intensiveren Rotton nachdunkeln kann. Feine, gleichmäßige Textur mit dezenter Markstrahlung. Brinellhärte von 28-40 N/mm², womit Buche zu den harten heimischen Holzarten zählt. Jedoch erhöhtes Schwind-/Quellmaß von 0,31 pro 1% Feuchteänderung, was erhöhte Anforderungen an Raumklimastabilität stellt (empfohlene relative Luftfeuchtigkeit 50-60%, Temperatur 20-22°C). Bei Klimaschwankungen besteht erhöhte Gefahr von Fugenbildung oder Aufwölbungen. Zählt trotz der klimatischen Ansprüche zu den meistverwendeten Parkettholzarten in Mitteleuropa. Häufig gedämpft angeboten, wodurch eine gleichmäßigere, leicht rötliche Färbung erreicht wird.

Bubinga (Guibourtia spp.)

Afrikanisches Laubholz mit hoher Rohdichte von 800-900 kg/m³. Rosa-rötliche bis rotbraune Grundfärbung mit charakteristischer dunkler Maserung und teils violetten Akzenten. Brinellhärte von 38-45 N/mm². Schwind-/Quellmaß von etwa 0,18 pro 1% Feuchteänderung. Ausgezeichnete Härte und Verschleißfestigkeit. Geschätzt für exklusive Parkettböden im gehobenen Wohnbereich. Die ausgeprägte Maserung verleiht jedem Element individuelle Charakteristik.

Bubinga (Guibourtia spp.)

Afrikanisches Laubholz mit hoher Rohdichte von 800-900 kg/m³. Rosa-rötliche bis rotbraune Grundfärbung mit charakteristischer dunkler Maserung und teils violetten Akzenten. Brinellhärte von 38-45 N/mm². Schwind-/Quellmaß von etwa 0,18 pro 1% Feuchteänderung. Ausgezeichnete Härte und Verschleißfestigkeit. Geschätzt für exklusive Parkettböden im gehobenen Wohnbereich. Die ausgeprägte Maserung verleiht jedem Element individuelle Charakteristik.

Bügel

Aus Federstahl gefertigte Klammern zur schwimmenden Verlegung bestimmter Parkettelemente und Holzdielen. Die Bügel werden seitlich in die Nut eingeschoben und greifen in die Feder des Nachbarelements, wodurch eine kraft- und formschlüssige Verbindung entsteht. Diese Verlegeart wird auch als Klammerverlegung bezeichnet und ermöglicht eine lösbare Verbindung ohne Verklebung mit dem Untergrund. Heute weitgehend durch moderne Klicksysteme ersetzt.

Bürstung

Mechanische Oberflächenbehandlung zur Hervorhebung der natürlichen Holzstruktur durch selektives Herausheben weicherer Holzbestandteile (Frühholz) mittels rotierender Drahtbürsten oder Schleifaggregate mit Kunststoffborsten. Das Spätholz bleibt dabei erhaben stehen, wodurch eine haptisch wahrnehmbare, dreidimensionale Textur entsteht. Die Bürstung betont die natürliche Jahrringsstruktur und verleiht dem Parkett einen antiken, authentischen Charakter. Besonders wirkungsvoll bei Holzarten mit ausgeprägtem Unterschied zwischen Früh- und Spätholz (z.B. Eiche, Esche, Lärche, Douglasie). Anschließende Oberflächenbehandlung durch Ölen oder Versiegeln erforderlich.

C

Cabreuva (Myrocarpus frondosus)

Südamerikanisches Laubholz mit hoher Rohdichte von 800-850 kg/m³. Rötlichbraune Färbung mit charakteristischer goldener Streifung. Besonderheit ist der intensive, langanhaltend aromatische Duft nach Rosen und Pfeffer. Brinellhärte von 36-42 N/mm². Gute Dimensionsstabilität mit Schwind-/Quellmaß von etwa 0,19 pro 1% Feuchteänderung. Geschätzt für exklusive Parkettböden, insbesondere in Wellness- und Wohnbereichen. Die ätherischen Öle verleihen dem Holz natürliche fungizide Eigenschaften.

Carbonfaser-Verstärkung

Moderne Technologie bei mehrschichtigem Parkett zur Erhöhung der Formstabilität und Reduzierung des hygrischen Verhaltens durch Integration von Kohlefasergeweben oder -matten in den Schichtaufbau, typischerweise zwischen Deckschicht und Mittellage. Die Carbonfasern wirken stabilisierend gegen Verwölbungen und reduzieren das Schwind-/Quellverhalten. Insbesondere bei breiten Dielen (ab 200 mm Breite) oder kritischen Holzarten (z.B. Buche) eingesetzt. Die Verstärkung ermöglicht größere Elementabmessungen bei gleichbleibender Formstabilität.

Castanea sativa (Edelkastanie)

Europäisches Laubholz mit mittlerer Rohdichte von 600 kg/m³. Gelbbraune bis hellbraune Färbung, die der Eiche optisch ähnelt. Charakteristische Ringporigkeit und ausgeprägte Jahrringe. Brinellhärte von 23-28 N/mm², womit Edelkastanie weicher als Eiche ist. Schwind-/Quellmaß von etwa 0,25 pro 1% Feuchteänderung. Gute Dauerhaftigkeit nach Klasse 2 gemäß DIN EN 350 aufgrund des hohen Gerbstoffgehalts. Geeignet für Wohnbereiche und gering beanspruchte gewerbliche Flächen. Vorsicht bei metallischen Verbindungen aufgrund der Gerbstoffe (Korrosionsgefahr und Verfärbungen).

CE-Kennzeichnung

Obligatorische Konformitätskennzeichnung für Parkettprodukte nach Bauproduktenverordnung (EU) Nr. 305/2011. Die CE-Kennzeichnung dokumentiert die Übereinstimmung mit harmonisierten europäischen Normen (DIN EN 13226, 13227, 13228, 13488, 13489, 14342) und bestätigt die Erfüllung der grundlegenden Anforderungen an Bauwerke. Umfasst die Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit durch den Hersteller. Die CE-Kennzeichnung ist keine Qualitätsaussage, sondern eine Voraussetzung für das Inverkehrbringen von Bauprodukten im europäischen Wirtschaftsraum.

Cherry (Prunus spp.)

Englische Bezeichnung für Kirsche, die international im Parketthandel verwendet wird. Siehe auch Kirsche.

Cheville

Kleiner Holzkeil oder Holzstift, der zur Ausbesserung von Fehlstellen, Astlöchern oder kleinen Beschädigungen im Parkettboden eingesetzt wird. Die Chevilles werden aus dem gleichen Holz oder farblich passenden Holzarten gefertigt und verleimt eingesetzt. Nach dem Aushärten des Leims erfolgt eine bündige Abarbeitung beim Schleifen. Bei historischen Parkettböden und handwerklicher Restaurierung gebräuchlich.

CM-Messung

Calciumcarbid-Methode zur Bestimmung der Restfeuchte mineralischer Estriche nach DIN EN 13318 und DIN 18560. Bei dieser chemischen Messmethode wird eine definierte Menge zerkleinerten Estrichs mit Calciumcarbid in einem druckdichten Gefäß vermischt. Das Calciumcarbid reagiert mit dem im Estrich enthaltenen Wasser zu Acetylengas, dessen Druck gemessen wird. Der Druck korreliert mit dem Wassergehalt und wird in CM-% (Masse-%) angegeben. Die CM-Messung ist die einzige normativ anerkannte Messmethode für Restfeuchtebestimmung bei Estrichen. Elektronische Feuchtemessgeräte können nur orientierend eingesetzt werden und ersetzen die CM-Messung nicht. Grenzwerte nach DIN 18356: Zementestrich ≤2,0 CM-%, Calciumsulfatestrich ≤0,5 CM-%, Magnesia-Estrich ≤3,0 CM-%.

Crew-Verband

Verlegemuster bei Stabparkett, bei dem die Stäbe in regelmäßiger, aber versetzter Anordnung verlegt werden. Die Stirnfugen der Stäbe sind nicht durchgehend, sondern um einen definierten Versatz zueinander angeordnet, was eine ausgeglichene Fugenverteilung gewährleistet und die Lastverteilung optimiert. Typischerweise beträgt der Versatz 1/3 oder 1/2 der Elementlänge. Auch als wilder Verband oder Schiffsboden bezeichnet.

Cumaru (Dipteryx odorata)

Südamerikanisches Laubholz mit sehr hoher Rohdichte von 1050-1150 kg/m³. Gelbbraune bis rotbraune Färbung mit leichter Streifung. Brinellhärte von 55-65 N/mm², womit Cumaru zu den härtesten verfügbaren Parkettholzarten zählt. Außerordentliche Verschleißfestigkeit und Dauerhaftigkeit nach Klasse 1 gemäß DIN EN 350. Schwind-/Quellmaß von etwa 0,15 pro 1% Feuchteänderung. Enthält natürliche Öle (Cumarin), die einen vanilleartigen Duft verbreiten. Geeignet für höchste Beanspruchungen im gewerblichen und industriellen Bereich. Bedingt geeignet für Fußbodenheizung aufgrund der hohen Dichte.

D

Dämmunterlage

Schicht zwischen Untergrund und Parkett bei schwimmender Verlegung zur Reduzierung der Trittschallübertragung in darunterliegende Räume nach DIN EN 16205. Unterschieden werden:

  • PE-Schaum: Einfache Trittschalldämmung mit 2-3 mm Dicke, Trittschallverbesserungsmaß ∆Lw = 12-15 dB
  • Korkschrot: Natürliches Material, 2-4 mm Dicke, ∆Lw = 15-18 dB
  • Holzfaser-Dämmung: Ökologische Alternative, 3-7 mm Dicke, ∆Lw = 15-20 dB
  • Hochleistungsdämmung: Mehrschichtige Systeme mit ∆Lw = 18-25 dB

Bei Fußbodenheizung muss der Wärmedurchlasswiderstand der Dämmunterlage berücksichtigt werden. Zusätzliche Funktion als Dampfbremse mit sd-Wert ≥75 m erforderlich.

Darrtrockenmasse

Gewicht des Holzes nach vollständiger Trocknung bei 103°C ± 2°C bis zur Massekonstanz (Gewichtsänderung <0,1% in 2 Stunden). Die Darrtrockenmasse dient als Bezugsgröße für die Berechnung der Holzfeuchte nach der Formel: u = [(m - m₀) / m₀] × 100%, wobei u = Holzfeuchte in %, m = aktuelle Masse, m₀ = Darrtrockenmasse. Die Bestimmung erfolgt nach DIN EN 13183-1 durch Darrverfahren und ist die einzige normativ anerkannte Referenzmethode, wird jedoch aufgrund des Aufwands nur im Labor durchgeführt.

Deckschicht

Bei mehrschichtig aufgebauten Parkettelementen die obere, sichtbare und nutzbare Schicht aus Edelholz gemäß DIN EN 13489. Die Deckschichtdicke bestimmt maßgeblich die möglichen Renovierungszyklen durch Abschleifen und muss nach Norm mindestens 2,5 mm betragen (gemessen über der Nut). Bei hochwertigen Mehrschichtparketten werden Deckschichten von 3,5-6 mm verbaut, was 2-4 Renovierungsschleifen ermöglicht. Die Deckschicht kann aus einer durchgehenden Lamelle (Landhausdiele) oder mehreren verleimten Lamellen (2- oder 3-Stab-Optik) bestehen. Material, Sortierung und Oberflächenbehandlung der Deckschicht bestimmen die optische und haptische Anmutung sowie die Gebrauchseigenschaften.

Dehnungsfuge

Konstruktiv erforderlicher Abstand zwischen Parkettfläche und angrenzenden Bauteilen (Wände, Pfeiler, Türzargen, Rohrdurchführungen) sowie bei großflächigen Verlegungen zur Kompensation holztypischer hygrischer und thermischer Dimensionsänderungen. Die Bemessung erfolgt nach DIN 18356 VOB Teil C in Abhängigkeit von:

  • Verlegeart (schwimmend: 10-15 mm, verklebt: 8-12 mm)
  • Raumgeometrie (bei Räumen >8 m Seitenlänge zusätzliche Dehnungsfugen erforderlich)
  • Holzart (Buche: größere Fugen erforderlich)
  • Untergrundverhältnissen (Fußbodenheizung: größere Fugen)

Dehnungsfugen werden durch Sockelleisten, Übergangsprofile oder elastische Fugenvergussmassen verdeckt. Eine unzureichende Dimensionierung führt zu Aufwölbungen oder Pressschäden.

Demontierbarer Fußboden

Vorgefertigte Tafeln eines Holzfußbodenbelages, die zur Herstellung eines temporären Fußbodens konzipiert sind. Die Verlegung und Demontage erfolgt mit geringem Aufwand ohne dauerhafte Verbindung mit dem Untergrund. Anwendung bei Messen, Events oder in Mietobjekten. Die Elemente werden typischerweise über Nut-Feder-Verbindungen oder Klicksysteme gefügt und auf einer Dämmunterlage verlegt.

Dielen

Traditionelle Vollholzplanken mit typischen Abmessungen von 20-28 mm Dicke, 120-300 mm Breite und 1000-6000 mm Länge. Die konstruktive Verbindung erfolgt durch Nut und Feder oder Spundung. Dielen werden vollflächig verklebt, auf Unterkonstruktion genagelt/geschraubt oder schwimmend verlegt. Unterschieden werden:

  • Massivdielen: Durchgehend aus massivem Holz, vor Ort zu schleifen und zu behandeln
  • Fertigdielen: Werkseitig oberflächenbehandelte Massivdielen
  • Mehrschichtdielen: Aus mehreren Holzschichten aufgebaut mit Edelholz-Deckschicht

Bevorzugte Holzarten: Eiche, Esche, Lärche, Douglasie, Kiefer. Dielen vermitteln aufgrund ihrer Länge und Breite ein großzügiges, ruhiges Raumgefühl.

Diffusionsäquivalente Luftschichtdicke (sd-Wert)

Kennwert für den Wasserdampfdiffusionswiderstand von Materialien nach DIN EN ISO 12572, angegeben in Metern. Der sd-Wert gibt an, welcher Dicke einer ruhenden Luftschicht das Material hinsichtlich seines Diffusionswiderstands entspricht. Berechnung: sd = μ × d, wobei μ = Wasserdampfdiffusions-Widerstandszahl, d = Schichtdicke in Metern. Klassifizierung:

  • sd < 0,5 m: diffusionsoffen
  • sd 0,5-1.500 m: diffusionsbremsend
  • sd > 1.500 m: diffusionsdicht

Bei Parkettverlegung ist der sd-Wert der Dampfbremse unter schwimmend verlegtem Parkett relevant (gefordert: sd ≥ 75 m) sowie der sd-Wert von Versiegelungssystemen zur Beurteilung der Wasserdampfdurchlässigkeit.

DIN 18356

Deutsche Norm für Parkettarbeiten innerhalb der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) Teil C. Definiert technische Anforderungen und Ausführungsbestimmungen für:

  • Anforderungen an den Untergrund
  • Verlegetechniken (vollflächige Verklebung, schwimmende Verlegung, Verlegung auf Unterkonstruktion)
  • Materialanforderungen (Holzfeuchte, Sortierung)
  • Oberflächenbehandlung
  • Prüfpflichten
  • Abnahmekriterien
  • Gewährleistung

Die DIN 18356 ist für öffentliche Aufträge verbindlich und wird bei privaten Verträgen oft als anerkannte Regel der Technik vereinbart.

DIN EN 13226

Europäische Produktnorm für Massivholz-Parkettelemente. Legt Anforderungen fest an:

  • Abmessungen und Maßtoleranzen
  • Feuchtegehalt (7 ± 2% bei Lieferung)
  • Holzartidentifikation
  • Sortierung nach DIN 4076
  • Kennzeichnung und Produktdeklaration
  • Prüfverfahren

Die Norm gilt für werkseitig unbehandelte Massivholzelemente zur vollflächigen Verklebung.

DIN EN 13227

Europäische Produktnorm für Fertigparkett mit Massivholz-Deckschicht. Definiert Anforderungen an werkseitig oberflächenbehandelte Massivholzelemente, die zur direkten Nutzung nach Verlegung bestimmt sind. Umfasst technische Spezifikationen für Abmessungen, Feuchtegehalt, Oberflächenbehandlung, Kennzeichnung und Prüfverfahren.

DIN EN 13228

Europäische Produktnorm für Massivholz-Lamparkett-Elemente zur Mosaikverlegung. Regelt Anforderungen an:

  • Lamellen-Abmessungen (typisch 8 × 23 × 115-160 mm)
  • Verklebung zu Würfeln oder Tafeln
  • Feuchtegehalt
  • Sortierung
  • Kennzeichnung

Mosaikparkett wird vollflächig verklebt und nach Verlegung geschliffen und oberflächenbehandelt.

DIN EN 13488

Europäische Produktnorm für Mehrschicht-Parkettelemente mit Deckschicht aus Holz. Legt technische Anforderungen fest an mehrschichtig konstruierte Elemente mit:

  • Deckschicht ≥ 2,5 mm aus Massivholz
  • Mittellage aus Holz, Holzwerkstoff oder anderen Materialien
  • Gegenzug zur Stabilisierung

Umfasst Spezifikationen für Konstruktion, Abmessungen, mechanische Eigenschaften, Verklebung und Kennzeichnung.

DIN EN 13489

Europäische Produktnorm für Mehrschicht-Parkettelemente. Detaillierte Anforderungen an:

  • Konstruktionsaufbau (mindestens 3 Schichten)
  • Deckschichtdicke (≥ 2,5 mm)
  • Gesamtdicke (typisch 10-22 mm)
  • Dimensionsstabilität
  • Verklebungsfestigkeit der Schichten
  • Feuchtegehalt
  • Oberflächenqualität
  • Verbindungssysteme

Die Norm dient als Grundlage für die CE-Kennzeichnung von Mehrschichtparkett.

DIN EN 14342

Europäische Norm für Holzfußböden und Parkett mit Anforderungen an Charakteristika, Bewertung der Konformität und Kennzeichnung. Dient als harmonisierte Norm der CE-Kennzeichnung für:

  • Massivholzparkett
  • Mehrschichtparkett
  • Furniertes Parkett
  • Bambus- und Korkböden

Definiert Leistungskriterien für:

  • Brandverhalten
  • Formaldehydabgabe
  • Rutschfestigkeit
  • Wärmedurchlasswiderstand
  • Biologische Dauerhaftigkeit

DIN EN 15534

Europäische Produktnorm für Verbundwerkstoffe aus Holz und Kunststoff (WPC - Wood Plastic Composites). Relevant für parkettähnliche Anwendungen im Innenbereich. Regelt Anforderungen an Zusammensetzung, mechanische Eigenschaften, Beständigkeit und Kennzeichnung von WPC-Produkten mit mindestens 50% Holz- oder Naturfaseranteil.

DIN EN 1534

Europäische Norm zur Bestimmung der Härte von Holz nach Brinell-Verfahren. Prüfmethode: Eine Stahlkugel mit 10 mm Durchmesser wird mit 500 N für 25 Sekunden in die Holzoberfläche gedrückt. Nach Entlastung wird der Durchmesser der Kalotte gemessen und die Brinellhärte berechnet. Die Messung erfolgt senkrecht zur Faser bei 10-12% Holzfeuchte und 20°C. Orientierungswerte für Parkettholzarten: weiche Hölzer <20 N/mm², mittelharte Hölzer 20-35 N/mm², harte Hölzer >35 N/mm².

DIN 18202

Norm für Toleranzen im Hochbau, maßgeblich für die Ebenheitsanforderungen an Verlegeuntergründe. Für Parkettverlegung relevante Grenzwerte:

  • Zeile 3, Tabelle 3: ±3 mm auf 2 m Messlänge für Estrichflächen
  • Zeile 4, Tabelle 3: ±2 mm auf 2 m Messlänge für erhöhte Anforderungen

Die Prüfung erfolgt mittels 2-m-Richtlatte in mehreren Richtungen. Unebenheiten müssen vor Parkettverlegung ausgeglichen werden, um Hohlstellen und Knarren zu vermeiden.

Dipteryx odorata

Botanische Bezeichnung für Cumaru, eines der härtesten im Parkettbau verwendeten Hölzer aus Südamerika. Siehe Cumaru.

Dispersionsklebstoff

Wasserbasierter Parkettkleber auf Basis von Kunststoffdispersionen (typisch Polyvinylacetat/PVA oder Acrylat-Copolymere). Vorzüge:

  • Emissionsarm (lösemittelfrei)
  • Geruchsarm
  • Leichte Verarbeitung
  • Wasserlösliche Reinigung von Werkzeugen

Limitierungen:

  • Längere Abbindezeit (24-48 Stunden)
  • Hohe Anforderungen an Estrichfeuchte (Zementestrich ≤2,0 CM-%, Calciumsulfatestrich ≤0,3 CM-%)
  • Begrenzte Beständigkeit gegen dauerhafte Feuchtigkeit
  • Nicht geeignet für Feuchträume

Bevorzugter Einsatz im Wohnbereich bei unkritischen Untergründen. Eingeschränkt geeignet für Fußbodenheizung aufgrund der Wasserabgabe während des Abbindens.

Doussié (Afzelia spp.)

Siehe Afzelia. Afrikanisches Laubholz mit hoher Rohdichte von 800 kg/m³, rotbrauner Färbung und ausgezeichneter Dauerhaftigkeit nach Dauerhaftigkeitsklasse 1-2 gemäß DIN EN 350. Brinellhärte 35-40 N/mm². Geschätzt für gewerblich genutzte Parkettböden. Charakteristische gelbe Poren (Schwefeleinlagerungen) können bei unsachgemäßer Verarbeitung ausbluten und zu Verfärbungen führen. Gute Dimensionsstabilität mit Schwind-/Quellmaß von etwa 0,19 pro 1% Feuchteänderung.

Douglasie (Pseudotsuga menziesii)

Nordamerikanisches Nadelholz mit mittlerer Rohdichte von 510 kg/m³. Rötlichbraune Färbung mit ausgeprägter Maserung und deutlicher Differenzierung zwischen Früh- und Spätholz. Brinellhärte von 18-23 N/mm². Gute Dauerhaftigkeit nach Klasse 3-4 gemäß DIN EN 350. Primäre Verwendung für rustikale Dielenböden im Wohnbereich. Charakteristisch ist die lebhafte Astigkeit. Unter Lichteinwirkung nachdunkelnd. Weniger geeignet für stark beanspruchte Flächen aufgrund der geringeren Härte.

Dornmaß

Abstand zwischen den Stellstiften auf der Unterseite von vorgefertigten Parketttafeln oder Mosaikparkett-Würfeln, die zur Montage auf entsprechend vorbereitete Unterböden mit Dornleisten verlegt wurden. Historisches Verlegesystem, heute nicht mehr gebräuchlich. Das Standarddornmaß betrug 30 × 30 cm.

E

Ebenholz (Diospyros spp.)

Tropisches Laubholz mit sehr hoher Rohdichte von 1000-1300 kg/m³. Charakteristische schwarze bis schwarzbraune Färbung (echtes Ebenholz), teilweise mit helleren Streifen. Brinellhärte von 60-80 N/mm², womit Ebenholz zu den härtesten Holzarten weltweit zählt. Extreme Verschleißfestigkeit, jedoch spröde und schwer zu bearbeiten. Aufgrund der Seltenheit, des langsamen Wachstums und der CITES-Regulierung (Anhang II) nur noch begrenzt verfügbar und sehr kostspielig. Einsatz überwiegend als Intarsien oder für exklusive Designparkette. Vorsicht bei der Verlegung: hohe Dichte erfordert Vorbohren.

Edelkastanie (Castanea sativa)

Siehe Castanea sativa. Europäisches Laubholz mit mittlerer Rohdichte von 600 kg/m³, gelbbrauner bis hellbrauner Färbung und guter Dauerhaftigkeit nach Klasse 2. Optisch der Eiche ähnlich, jedoch weicher und mit ausgeprägter Ringporigkeit. Brinellhärte 23-28 N/mm². Hoher Gerbstoffgehalt verleiht natürliche Resistenz gegen Pilze und Insekten, verursacht aber Verfärbungen bei Kontakt mit Eisen. Geeignet für Wohnbereiche und gering beanspruchte gewerbliche Flächen.

Eibe (Taxus baccata)

Heimisches Nadelholz mit mittlerer Rohdichte von 670 kg/m³. Rötlichbraune Kernholzfärbung mit hellem Splint. Brinellhärte von 25-30 N/mm². Hohe Dauerhaftigkeit nach Klasse 2 gemäß DIN EN 350. Aufgrund der Seltenheit (Eibe ist in Deutschland geschützt), der langsamen Wachstumsgeschwindigkeit und der Giftigkeit aller Pflanzenteile (außer Samenmantel) wird Eibe nur selten für Parkett verwendet. Historisch geschätzt für hochwertige Möbel und Intarsien. Bei Verarbeitung staubarm arbeiten (toxische Inhalation vermeiden).

Eiche (Quercus spp.)

Heimisches Laubholz mit mittlerer bis hoher Rohdichte von 680 kg/m³. Gelbbraune bis hellbraune Färbung mit charakteristischer Maserung und ausgeprägter Ringporigkeit (Markstrahlen als "Spiegel" sichtbar). Brinellhärte von 32-38 N/mm². Schwind-/Quellmaß von 0,24 pro 1% Feuchteänderung. Ausgezeichnete Dauerhaftigkeit nach Klasse 2 gemäß DIN EN 350 aufgrund hohen Gerbstoffgehalts. Zählt aufgrund der Kombination aus:

  • Attraktiver Optik mit lebhafter Maserung
  • Hoher Härte und Verschleißfestigkeit
  • Guter Dimensionsstabilität
  • Dauerhaftigkeit
  • Vielseitiger Sortierungsmöglichkeiten (Select bis Rustikal)
  • Traditioneller Wertigkeit

zu den meistverwendeten und beliebtesten Parkettholzarten in Mitteleuropa. Geeignet für alle Anwendungsbereiche von Wohn- bis Industrieparkett. Vielfältige Oberflächenbehandlungen möglich: naturbelassen, geräuchert, gebeizt, gekalkt, gebürstet. Gut geeignet für Fußbodenheizung. Hauptarten: Quercus robur (Stieleiche) und Quercus petraea (Traubeneiche).

Einscheibenschleifmaschine

Schleifaggregat mit horizontal rotierender Schleifscheibe (Durchmesser typisch 200-400 mm) zur manuell geführten Bearbeitung von Parkettflächen. Einsatzbereiche:

  • Zwischenschliff zwischen Versiegelungsschichten
  • Randbearbeitung und Ecken
  • Vorschliff kleinerer Flächen
  • Ausbesserungsarbeiten

Im Gegensatz zu Walzen- oder Bandschleifmaschinen weniger aggressiv und für feinere Arbeiten sowie sensiblere Holzarten geeignet. Erfordert höhere handwerkliche Fertigkeit zur gleichmäßigen Bearbeitung.

Elastischer Klebstoff

Reaktive Parkettkleber auf Polyurethan-Basis (1K-PU oder 2K-PU) oder silanmodifizierter Polymerbasis (SMP) mit dauerhaftelastischen Eigenschaften nach DIN EN 14293. Eigenschaften:

  • Hohe Anfangshaftung
  • Dauerelastische Klebefuge (Shore A 20-40)
  • Spannungsausgleich zwischen Untergrund und Parkett
  • Kompensation von Dimensionsänderungen
  • Feuchtigkeitsbeständig
  • Geeignet für kritische Untergründe
  • Geeignet für Fußbodenheizung

Elastische Kleber sind Stand der Technik bei hochwertiger Parkettverlegung und reduzieren das Risiko von Aufwölbungen, Rissbildung und Ablösungen. Aushärtung durch Luftfeuchtigkeit (1K-PU) oder durch chemische Reaktion der Komponenten (2K-PU, SMP).

Emissionsklasse

Klassifizierung der Formaldehydabgabe von Holzwerkstoffen nach DIN EN 13986. Relevante Klassen:

  • E1: ≤0,1 ppm (0,124 mg/m³) - für Innenraumanwendungen vorgeschrieben
  • E0: <0,05 ppm - freiwillige verschärfte Anforderung

Die Messung erfolgt nach DIN EN 717-1 (Prüfkammermethode). Formaldehyd entsteht natürlich im Holz (ca. 0,02 ppm) sowie aus Klebstoffen in Holzwerkstoffen. Moderne Holzwerkstoffe in Mehrschichtparkett verwenden formaldehydfreie oder -arme Leimharze. Bei Massivparkett ist Formaldehyd kein relevantes Thema.

Endbehandlung

Abschließende Oberflächenvergütung des Parketts zum Schutz vor Verschleiß, Verschmutzung und Feuchtigkeit sowie zur optischen Gestaltung. Unterschieden werden drei Hauptsysteme:

1. Versiegelung:

  • Filmbildende Beschichtung aus Kunstharzsystemen (Polyurethan, Acrylat, Alkyd)
  • Geschlossene Oberfläche
  • Hohe Verschleißfestigkeit
  • Pflegeleicht
  • Regelmäßige Auffrischung durch Nachversiegelung
  • Renovierung durch Abschleifen und Neuversiegelung

2. Ölung:

  • Eindringende Behandlung ohne Filmbildung
  • Offenporige Oberfläche
  • Betont natürlichen Holzcharakter
  • Diffusionsoffen
  • Regelmäßige Nachölung erforderlich
  • Höherer Pflegeaufwand

3. Wachsbehandlung:

  • Traditionelles Verfahren
  • Wasserabweisende Oberfläche
  • Regelmäßiges Nachwachsen erforderlich
  • Heute selten eingesetzt

Die Wahl des Endbehandlungssystems erfolgt nach ästhetischen Präferenzen, Beanspruchung und Pflegebereitschaft.

Englischer Verband

Verlegemuster bei Stabparkett mit charakteristischer Anordnung von Langstäben und Querstäben in alternierender Folge. Die Langstäbe werden parallel verlegt, dazwischen werden kürzere Querstäbe eingesetzt. Entsteht eine leiterartige Struktur. Das Muster erzeugt eine besondere Ästhetik mit rhythmischer Gliederung und ist handwerklich anspruchsvoll. Auch als Leiterverband bezeichnet.

Esche (Fraxinus excelsior)

Heimisches Laubholz mit mittlerer Rohdichte von 690 kg/m³. Gelblichweise bis rötlichweise Färbung mit ausgeprägter, lebhafter Maserung und charakteristischer Ringporigkeit. Brinellhärte von 35-42 N/mm², womit Esche zu den harten heimischen Holzarten zählt. Gute Elastizität. Schwind-/Quellmaß von 0,27 pro 1% Feuchteänderung. Geschätzt für Sporthallen, Tanzstudios und hochwertige Wohnböden. Die ausgeprägte Textur wird besonders durch Bürstung betont. Unter Lichteinwirkung leicht vergilbend. Seit etwa 2010 gefährdet durch Eschentriebsterben (Falsches Weißes Stengelbecherchen, Hymenoscyphus fraxineus), was Verfügbarkeit und Preise beeinflusst.

Estrichfeuchte

Siehe Restfeuchte. Wassergehalt des Untergrundestrichs, der vor Parkettverlegung normativ festgelegte Grenzwerte gemäß DIN 18356 nicht überschreiten darf:

  • Zementestrich: ≤2,0 CM-%
  • Calciumsulfatestrich: ≤0,5 CM-%
  • Magnesia-Estrich: ≤3,0 CM-%

Die Messung erfolgt mit der CM-Methode nach DIN EN 13318. Eine zu hohe Estrichfeuchte führt zu:

  • Ablösung des Klebstoffs
  • Verfärbungen
  • Aufquellung des Holzes
  • Schimmelbildung
  • Knarren und Verwölbungen

Bei Fußbodenheizung gelten verschärfte Anforderungen (Calciumsulfatestrich ≤0,3 CM-%).

Europäische Lärche (Larix decidua)

Heimisches Nadelholz mit mittlerer Rohdichte von 590 kg/m³. Rötlichbraune Kernholzfärbung mit deutlicher Differenzierung zum gelblichweißen Splint. Ausgeprägte Maserung durch Wechsel von Früh- und Spätholz. Brinellhärte von 19-24 N/mm². Gute Dauerhaftigkeit nach Klasse 3-4 gemäß DIN EN 350 aufgrund des Harzgehalts. Schwind-/Quellmaß von etwa 0,28 pro 1% Feuchteänderung. Vorwiegend für rustikale Dielenböden im Wohnbereich verwendet. Charakteristische Astigkeit. Unter Lichteinwirkung intensiv nachdunkelnd. Der hohe Harzgehalt kann zu Harzgallen führen, die bei Erwärmung (z.B. Sonneneinstrahlung) austreten können.

Exotenhölzer

Sammelbezeichnung für tropische und subtropische Holzarten aus Regionen außerhalb Europas und Nordamerikas. Charakteristisch sind oft:

  • Höhere Härte als heimische Hölzer
  • Bessere Dimensionsstabilität
  • Intensivere, vielfältigere Färbungen
  • Ausgeprägtere Maserungen
  • Höhere natürliche Dauerhaftigkeit

Wichtige Exotenhölzer für Parkett: Afzelia/Doussié, Merbau, Jatoba, Ipê, Cumaru, Teak, Bangkirai, Wengé. Der Handel unterliegt der CITES-Konvention (Washingtoner Artenschutzübereinkommen) sowie FSC- oder PEFC-Zertifizierungen zum Nachweis nachhaltiger Herkunft. Beim Einkauf ist auf Legalität und Nachhaltigkeit zu achten. Exotenhölzer sind oft deutlich teurer als heimische Hölzer, bieten aber besondere technologische und ästhetische Eigenschaften.

F

Fagus sylvatica

Botanische Bezeichnung für die Rotbuche, die in Mitteleuropa am häufigsten für Parkett verwendete Buchenart. Siehe Buche.

Färbung

Holzspezifische Farbgebung, die durch Extrakstoffe (Gerbstoffe, Farbstoffe, Harze) in den Zellwänden verursacht wird. Nach DIN 4076 wird unterschieden zwischen:

  • Splintholz: Äußere, physiologisch aktive Holzzone mit lebenden Zellen für Wasser- und Nährstofftransport, üblicherweise heller gefärbt
  • Kernholz: Innere, physiologisch inaktive Zone mit eingelagerten Extractstoffen, üblicherweise dunkler gefärbt

Die Farbdifferenzierung zwischen Splint und Kern ist holzartspezifisch unterschiedlich ausgeprägt. Bei der Sortierung wird der Splintanteil bewertet. Die Färbung verändert sich unter Lichteinwirkung durch Oxidationsprozesse (Nachdunkeln bei den meisten Holzarten, Vergilben bei Ahorn).

Fase

Gezielte Abschrägung der Längskanten (Schmalseiten) von Parkettelementen zur:

  • Betonung der Fugenstruktur
  • Minimierung von Kantenabsplitterungen
  • Kaschierung von Höhenversätzen bei Mehrschichtparkett
  • Erzielung eines dielenartigen Charakters

Die Fase wird mit definierten Winkeln (typisch 15-45°) und Breiten (0,5-3 mm) ausgeführt. Unterschieden werden:

  • Mikrofase: 0,2-0,5 mm, kaum sichtbar, nur technischer Kantenschutz
  • Minifase: 0,5-1 mm, dezent sichtbar
  • Fase: 1-2 mm, deutlich sichtbar
  • V-Fuge: >2 mm, stark ausgeprägt

Fasen können werkseitig oder nach Verlegung durch Fräsen angebracht werden. Bei geölten Oberflächen sammelt sich Öl in der Fase und dunkelt diese.

Feinstrich

Verlegemuster bei Mosaikparkett mit parallel angeordneten, schmalen Holzlamellen, die in Längsrichtung zueinander ausgerichtet sind. Das Muster erzeugt eine ruhige, gleichmäßige, streifige Optik mit durchgehenden Fugenlinien. Einfachstes Mosaikparkett-Muster, auch als Parallelverband bezeichnet. Durch die einheitliche Ausrichtung wird die Raumwirkung in Verlegerichtung gestreckt.

Fertigparkett

Werksseitig oberflächenbehandelte Parkettelemente gemäß DIN EN 13489, die nach Verlegung keiner weiteren Oberflächenbearbeitung bedürfen und sofort begehbar sind (nach Abbinden des Klebstoffs bzw. sofort bei schwimmender Verlegung). Typischerweise in mehrschichtiger Konstruktion ausgeführt:

  • Deckschicht: 2,5-6 mm Edelholz
  • Mittellage: 6-10 mm Nadelholz, HDF oder Sperrholz
  • Gegenzug: 1-2 mm Furnier oder Sperrholz

Vorteile:

  • Sofortige Nutzbarkeit
  • Keine Staubbelastung durch Schleifen
  • Gleichbleibende Qualität der Oberflächenbehandlung
  • Geringere Aufbauhöhe möglich
  • Geeignet für schwimmende Verlegung

Nachteile:

  • Begrenzte Renovierungsmöglichkeiten (je nach Deckschichtdicke 1-3 Mal)
  • Höhere Materialkosten
  • Reparaturen schwieriger

Fertigparkett hat Massivparkett in vielen Anwendungsbereichen verdrängt, insbesondere im Wohnbereich und bei Renovierungen.

Feuchteschutzmittel

Kapillar wirksame Grundierungen oder Sperrschichten zur Unterbindung aufsteigender Restfeuchte aus dem Untergrund bei kritischen Verlegesituationen. Anwendung bei:

  • Grenzwertiger Estrichfeuchte
  • Fehlender Trennschicht zwischen Estrich und Rohdecke
  • Altbauten ohne Horizontalsperre
  • Verdacht auf aufsteigende Feuchtigkeit

Feuchteschutzmittel bestehen aus wasserabweisenden Harzen (Epoxidharz, Polyurethan) und bilden eine diffusionsdichte Schicht (sd-Wert >1.500 m). Kritisch ist die ausreichende Austrocknung des Estrichs vor Applikation, da eingeschlossene Feuchtigkeit zu Folgeschäden führt. Die Anwendung sollte nur nach sorgfältiger Prüfung und als Ausnahme erfolgen.

Fichte (Picea abies)

Heimisches Nadelholz mit geringer Rohdichte von 470 kg/m³. Gelblichweise bis rötlichweise Färbung mit dezenter Maserung. Brinellhärte von nur 12-15 N/mm², womit Fichte zu den weichsten Holzarten zählt. Aufgrund der geringen Härte und Verschleißfestigkeit nur begrenzt für Dielenböden geeignet, primär in gering beanspruchten Wohnbereichen oder als historischer Blindboden. Schwind-/Quellmaß von etwa 0,30 pro 1% Feuchteänderung. Geringe Dauerhaftigkeit nach Klasse 4 gemäß DIN EN 350. Wirtschaftlich bedeutsam, jedoch für Parkettanwendungen von untergeordneter Bedeutung.

Fischgrätparkett

Klassisches und zeitloses Verlegemuster mit im Winkel zueinander angeordneten Parkettstäben, die eine charakteristische V-förmige Struktur bilden. Unterschieden werden zwei Hauptvarianten:

Französisches Fischgrät:

  • Stäbe im 45-Grad-Winkel zur Raumachse
  • Stirnenden der Stäbe im 90-Grad-Winkel zueinander
  • Optisch dynamischere Wirkung
  • Höherer Verschnitt

Englisches Fischgrät:

  • Stäbe parallel zu den Raumwänden
  • Stirnenden der Stäbe im 90-Grad-Winkel zueinander
  • Ruhigere Optik
  • Geringerer Verschnitt

Bei beiden Varianten werden die Elemente Kopf an Seite verlegt. Fischgrätparkett erfordert speziell profilierte Stäbe mit Stirnfeder/-nut und handwerkliches Geschick. Das Muster vermittelt Eleganz und Tradition und ist besonders in repräsentativen Räumen beliebt. Höherer Materialverbrauch und Arbeitsaufwand führen zu deutlich höheren Kosten gegenüber Schiffsboden.

Floating-Verlegung

Englische Bezeichnung für schwimmende Verlegung. Siehe schwimmende Verlegung.

Formaldehyd

Flüchtiger organischer Stoff (VOC) mit stechendem Geruch, der natürlich im Holz vorkommt (ca. 0,02 ppm) sowie aus Klebstoffen in Holzwerkstoffen emittieren kann. Formaldehyd ist schleimhautreizend und wurde von der WHO als krebserzeugend (Kategorie 1) eingestuft. Die Emission aus Holzwerkstoffen wird nach DIN EN 717-1 (Prüfkammer-Methode) gemessen und nach DIN EN 13986 klassifiziert:

  • E1: ≤0,1 ppm (0,124 mg/m³) - gesetzlicher Grenzwert für Innenraumanwendung
  • E0: <0,05 ppm - freiwillige verschärfte Anforderung

Moderne Holzwerkstoffe in Mehrschichtparkett verwenden formaldehydfreie oder -arme Leimharze (PMDI, PUR, Melamin-Harnstoffen mit geringer Freisetzung). Bei Massivparkett ist Formaldehyd kein relevantes Thema. Die natürliche Holzfeuchte und Raumluftfeuchte beeinflussen die Formaldehydabgabe. Eine gute Raumlüftung reduziert die Formaldehydkonzentration.

Fraxinus excelsior

Botanische Bezeichnung für die Gemeine Esche, die europäische Eschenart, die als Parkettholz verwendet wird. Siehe Esche.

FSC-Zertifizierung (Forest Stewardship Council)

Internationales Zertifizierungssystem für nachhaltige Forstwirtschaft, gegründet 1993. Das FSC-Siegel dokumentiert, dass Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Standards erfüllen. FSC-Prinzipien umfassen:

  • Einhaltung von Gesetzen
  • Arbeiterrechte
  • Rechte indigener Völker
  • Erhalt von Primärwäldern
  • Umweltverträgliche Bewirtschaftung
  • Monitoring und Bewertung

FSC-Zertifizierung erfolgt in zwei Stufen:

  • Forest Management (FM): Zertifizierung der Waldbewirtschaftung
  • Chain of Custody (CoC): Zertifizierung der Verarbeitungs- und Handelskette

Für Parketthandel wichtig ist die CoC-Zertifizierung, die lückenlose Rückverfolgbarkeit bis zum Wald garantiert. FSC wird oft bei Exotenhölzern gefordert. Alternativ: PEFC-Zertifizierung.

Fugenverguss

Elastische Verfüllung von Dehnungsfugen mit dauerelastischen Dichtstoffen zur Vermeidung von Verschmutzungen bei gleichzeitigem Erhalt der Funktionsfähigkeit (Kompensation von Dimensionsänderungen). Anwendung bei:

  • Dehnungsfugen in großflächigen Verlegungen
  • Übergängen zu anderen Bodenbelägen
  • Anschlüssen an Bauteile (wenn Sockelleiste nicht möglich)

Anforderungen an Fugenverguss:

  • Dauerelastisch (Shore A 15-25)
  • Gute Haftung auf Holz
  • Farblich passend
  • Überstreichbar/versiegelbar

Typischerweise werden Acryl- oder Polyurethan-Dichtstoffe verwendet. Die Fuge darf nicht vollständig verfüllt werden, sondern muss Bewegungsfreiheit behalten.

Fugenbildung

Entstehung von Spalten zwischen Parkettelementen infolge hygrischer Schwindung bei Unterschreitung der Ausgleichsfeuchte des Holzes. Fugenbildung ist eine natürliche Holzeigenschaft und nach DIN 4076 nicht als Mangel zu bewerten, sofern:

  • Die Fugenbreite 1 mm nicht überschreitet
  • Die Raumklimaanforderungen (50-60% relative Luftfeuchtigkeit, 20-22°C) eingehalten werden
  • Das Parkett sachgerecht mit angemessener Holzfeuchte (9 ± 2%) verlegt wurde

Ursachen für übermäßige Fugenbildung:

  • Zu niedrige Raumluftfeuchtigkeit (Heizperiode)
  • Zu hohe Holzfeuchte bei Verlegung
  • Ungeeignete Holzart (Buche, Birke)
  • Versehentliche Querverleimung der Elemente

G

Garapa (Apuleia leiocarpa)

Südamerikanisches Laubholz mit hoher Rohdichte von 850 kg/m³. Charakteristische goldgelbe bis olivbraune Färbung, die unter UV-Einwirkung zu einem honigbraunen Ton nachdunkelt. Brinellhärte von 38-44 N/mm². Ausgezeichnete Dimensionsstabilität mit Schwind-/Quellmaß von etwa 0,17 pro 1% Feuchteänderung. Gute Dauerhaftigkeit nach Klasse 1-2 gemäß DIN EN 350. Relativ homogene Struktur mit feiner Textur. Geeignet für Wohn- und gewerbliche Bereiche sowie für Fußbodenheizung aufgrund der guten Dimensionsstabilität. Geschätzt für die warme, freundliche Farbgebung.

Gegenzug

Untere Ausgleichsschicht bei mehrschichtig aufgebauten Parkettelementen nach DIN EN 13489 zur Kompensation von Spannungen und Verhinderung von Verwölbungen durch einseitige Feuchteeinwirkung. Der Gegenzug besteht typischerweise aus:

  • Nadelholzfurnier (0,6-2 mm)
  • Laubholzfurnier
  • Sperrholz
  • HDF-Platte

Die Faserrichtung des Gegenzugs verläuft quer zur Deckschicht, um durch den kreuzweisen Lagenaufbau Spannungsausgleich zu erzielen. Bei qualitativ hochwertigen Mehrschichtparketten ist der Gegenzug symmetrisch zur Mittellage angeordnet, um optimale Formstabilität zu gewährleisten. Ein fehlender oder unzureichender Gegenzug führt zu Verwölbungen, insbesondere bei Feuchtigkeitsschwankungen.

Glanzgrad

Optische Charakteristik der Parkettoberfläche hinsichtlich Lichtreflexion, gemessen nach DIN EN ISO 2813 mit einem Reflektometer bei 60° Messwinkel. Die Angabe erfolgt in Glanzeinheiten (GE). Klassifizierung:

  • Matt: <10 GE - diffuse Lichtstreuung, natürliche Holzanmutung
  • Seidenmatt: 10-30 GE - leichter Glanz, beliebt im Wohnbereich
  • Seidenglänzend: 30-60 GE - deutlicher Glanz
  • Glänzend: 60-85 GE - starke Reflexion
  • Hochglänzend: >85 GE - spiegelähnliche Reflexion

Der Glanzgrad wird durch die Oberflächenbehandlung bestimmt:

  • Geölte Oberflächen: typisch matt bis seidenmatt (5-20 GE)
  • Gewachste Oberflächen: seidenmatt (15-30 GE)
  • Versiegelte Oberflächen: seidenmatt bis hochglänzend (20-90 GE), abhängig vom Lacktyp und Anzahl der Schichten

Der Glanzgrad beeinflusst die Raumwirkung und die Sichtbarkeit von Gebrauchsspuren. Matte Oberflächen kaschieren Kratzer besser, hochglänzende Oberflächen betonen Schönheit und Maserung des Holzes.

Grundierung

Voranstrich zur Vorbereitung der Holz- oder Estrichoberfläche vor Aufbringen weiterer Schichten. Funktionen und Arten:

Holzgrundierung:

  • Verfestigung der Holzfasern
  • Porenfüllung für gleichmäßigen Aufbau
  • Reduzierung des Versiegelungsverbrauchs
  • Verbesserung der Zwischenschichthaftung
  • Farbton-Angleichung bei ungleichmäßigen Hölzern

Typen: Wässrige Grundierungen, lösemittelhaltige Grundierungen, 2K-Grundierungen

Estrichgrundierung:

  • Verfestigung sandender Oberflächen
  • Reduzierung der Saugfähigkeit
  • Verbesserung der Klebstoffhaftung
  • Staubbindung
  • Bei Anhydritestrich: Anlösen der Sinterhaut

Typen: Dispersiongrundierungen, Epoxidharz-Grundierungen, Sperrgrundierungen, Haftvermittler

Die Auswahl der Grundierung erfolgt in Abstimmung auf Untergrund und nachfolgende Beschichtung/Verklebung gemäß Herstellervorgaben.

Guatambu (Balfourodendron riedelianum)

Südamerikanisches Laubholz mit mittlerer bis hoher Rohdichte von 750 kg/m³. Charakteristische gelblichweise bis cremefarbene Färbung mit dezenter Maserung. Brinellhärte von 32-38 N/mm². Gute Dimensionsstabilität mit Schwind-/Quellmaß von etwa 0,20 pro 1% Feuchteänderung. Mittlere Dauerhaftigkeit nach Klasse 3 gemäß DIN EN 350. Re

© Stephan Ankert